Sonntag, 31. August 2008

Rettet die Welt.

Ich weiss nicht, warum ich immer nachts fernsehe. Ich habe das Gefühl, dass dann der ganze Unfug vom Tage in komprimierter Form gesendet wird aber man lernt nie aus und so habe auch ich gerade wieder dazu gelernt. Ich weiss jetzt, dass auch RTL2 eine nächtliche „News-„ Sendung hat und was ich da gesehen habe, hat mich doch ein wenig beunruhigt.
In der Schweiz haben Wissenschaftler die größte Maschine der Welt gebaut, sie hat die Aufgabe Atome auf mehrfache Lichtgeschwindigkeit zu beschleunigen und aufeinander prallen zu lassen. Dieses Experiment soll den Urknall simulieren. Alles schön und gut, wenn da nicht die Kritiker mit ihrem Worst-Case-Szenario der Apokalypse wären, denn aus deren Sicht kann bei diesem Experiment ein Schwarzes Loch entstehen, das sich zu erst im Inneren der Erde aufhält und exponentiell wächst, bis es den kompletten Planeten verschluckt.

Warum ist die Welt eigentlich immer kurz davor unter zu gehen, wenn es mir gut geht? Und alle Helden sind tot, wer soll uns jetzt noch retten? Ich hoffe der europäische Gerichtshof für Menschenrechte, bei dem ist nämlich eine Klage gegen die wissbegierigen Schweizer und ihre Atomschleuder eingegangen. Ich hoffe ihr kommt damit durch Jungs, ich für meinen Teil habe nämlich keine Lust in näherer Zukunft in ein schwarzes Loch gesaugt zu werden! Als Gegenargument wurde genannt, dass diese Schwarzen Löcher höchstens so groß, wie ein Stecknadelkopf werden und sofort wieder verpuffen. Diese Theorie vertritt übrigens auch Steven Hawkins, allerdings lasse ich mir von dem nicht erzählen, was gefährlich oder ungefährlich ist. Denn wenn ich mein Frühstück durch einen Strohhalmen essen müsste, über einen Computer mit meinen Mitmenschen kommunizieren müsste und überhaupt mehr Android als Mensch wäre, würde ich es auch nicht abwarten können endlich in ein schwarzes Loch gesaugt zu werden. Und für einen Wissenschaftler ist das bestimmt ein toller Abgang, jedenfalls besser als sich mit einer Klobürste im Anus mit dem Bademantelgurt an der Türklinke zu strangulieren. Aber das ist eine andere Geschichte, gehört aber definitiv auch zu den Dingen, die Mensch besser nicht wissen sollte.

Also wozu muss man unbedingt wissen, wie es beim Urknall zu gegangen ist? In der Theorie weiss man das ja sowieso schon und das gleiche Geld, was man für den Bau der größten Maschine der Welt ausgegeben hat, hätte man auch genauso gut in die Krebsforschung investieren können. Mein Tipp an die Eierköpfe in ihren Laboratorien: Geht mal raus und erfreut euch am Leben, das kann manchmal interessanter sein als herauszufinden auf welche Weise sich Weltraumdreck zu Mutter-Erde geformt hat.
Aber ich glaube Steven Hawkins nimmt genauso wenig Ratschläge von jemand an, der nachts in Boxershorts vor dem Computer sitzt und Texte für seinen Blog tippt.
Über die journalistische Qualität der RTL2-News oder über die Wichtigkeit von Experiment, Klobürsten und Steven Hawkins lässt sich sicher streiten, nur ich beschäftige mich im Moment lieber mit ganz weltlichen Dingen. Zum Beispiel damit, dass ich bald nach Bielefeld ziehe, denn der Zulassungsbescheid der dortigen Universität lag gestern im Briefkasten. So was baut auf! Also bitte noch etwas Zeit lassen mit dem Weltuntergang!

Dienstag, 19. August 2008

Ein kleiner Einblick in die eigene Anatomie.

Shit happens. Und so auch gestern. Ich war gerade fertig das Auto von den Spuren des Stemwede Festivals zu beseitigen, als mir der bunte Kabelbinder auffiel, den man an den Scheibenwischer gebunden bekommt, wenn man auf das Festivalgelände fährt. Der musste also auch noch entfernt werden. Das erste brauchbare Instrument, was mir dafür in die Hände fiel, war eine Teppichkralle, so ein sau scharfes Cutter-Messer mit einem Harken als Klinge. Ich hätte auch eine Schere nehmen können, aber man will ja auch mal die ganzen coolen Werkzeuge benutzen, die man so zu Hause herum liegen hat.

Also einfach den Harken angesetzt und gezogen. Passierte nix. Also mit etwas mehr Kraft. Es passierte was. Der Kabelbinder riss mit einem Ruck und die Klinge fand ihren Weg in meine Hand. Sofort floss das Blut wie aus einem Wasserhahn und ich schrie mit einem „Fuck“ die Nachbarschaft zusammen. Dann bin ich erstmal schnell runter in den Keller gerannt und hab’ die Flosse unter den Wasserhahn gehalten, ich rief meine Mutter, die mir einen Lappen brachte und mich dann ins Krankenhaus fuhr.

Da lag ich dann in der Notaufnahme, machte Angaben zu meiner Person und wartete auf den Doc, der gab mir erstmal eine Betäubungsspritze und holte dann das Nähbesteck raus. Es ist irgendwie komisch mit anzusehen, wie jemand in einer vier Millimeter tiefen und vier Zentimeter langen Wunde herumsticht und man selber merkt kein Stück davon. Fünf Stiche später war die Prozedur beendet und ich durfte wieder nach Hause gehen. Morgen gehe ich dann noch mal zum Doc um alles durch zu checken und wenn alles glatt läuft kommen Montag die Fäden raus und alles ist bis auf eine Narbe wieder beim Alten. So was nennt man Glück im Unglück, ich hätte mir auch eine Sehne kappen können und fortan mit einem Schlabberdaumen durchs Leben gehen müssen, trotzdem ärgere ich mich, dass ich nicht einfach die Schere genommen habe. Werkzeuge bei deren Benutzung ein gewisses Risiko vorhanden ist, Zweck zu entfremden ist nie eine gute Idee und meistens kommt dann auch, was kommen muss.

Also Freunde: Messer, Gabel, Teppichkralle, Licht, sind für kleine Kinder nichts.