Ich höre gerade in das neue Album von „Miaow Miaow“ rein. Es heisst „Summertime for a lifetime“. Gute Musik, versüßt mir den Tag, aber wie unpassend der Titel doch ist. Mitte Juli und es regnet die ganze Zeit, Temperatur mäßig befinden wir uns ehr im März oder April. Das macht einem das Leben auch nicht leichter.
Und diese drückende Langweile, mir fällt die Decke auf den Kopf! Eigentlich hätte ich heute freies Haus gehabt, aber meine Eltern haben ihren Berlin-Trip verschoben. Ich nehme an, wegen dem Wetter. Naja, nicht mehr lange und ich habe immer freies Haus. In einem "Dendemann" Text heisst es „Von Heimweh bleibt wohl niemand verschont“, das glaube ich auch, aber im Moment könnte ich ruhig ein bisschen mehr Freiheit vertragen. Was nicht heisst, dass mich meine Eltern in irgendeiner Weise einschränken, es geht mir da mehr um das Gefühl an sich. So bleibt nur zu hoffen, dass wenigsten heute Abend irgendwas Spannendes passiert, dafür würde ich auch durch den Regen laufen.
Master Blaster. In Mad Max – Jenseits der Donnerkugel ist der Master Blaster der mächtigste Gegner, dem man sich in der skurilen Einöde der Postapokalypse stellen kann. Ich meine aber nicht diesen aus zwei sehr seltsamen Menschen bestehenden Gladiator, sondern das Getränk. Bestehend aus Wodka, Sekt und Energiedrink. Es ist der mächtigste Gegner, dem man sich in der skurilen Einöde der urbanen Schlachtfelder der Gegenwart stellen kann. Macht nicht nur irre besoffen sonder auch derbe Kopfschmerzen.
Mein Magen dreht sich immer noch um. Die paar Bier, die ich am nächsten Tag versucht habe zu trinken, gingen nicht gerade im Eiltempo runter. Dieses Getränk hat nur Nachteile. Und ist wirtschaftlich gesehen totaler Blödsinn. Wenn ich mir eine Flasche Sekt, eine Flasche Wodka und sagen wir zwei Flaschen Energiedrink kaufe, bin ich mal locker um einen Zehner ärmer, aber auch nur, wenn ich das billige Gesöff nehme. Für das Geld kann ich mich auch zwei Tage lang mit Bier abschießen und muss dabei nicht abkotzen und mich mit Magenproblemen durch den nächsten Tag quälen.
Aber das wirklich irre an der Geschichte ist eigentlich, dass ich Master Blasterschon ewig kenne. Seit ich Alkohol trinke, kenne ich dieses Getränk. Nur hab ich es höchstens Mal probiert und nie gemerkt, was das Zeug mit einem anrichten kann, wenn man da mal mehr von trinkt. Aber hey, wenn das nicht das Zeichen dafür ist, dass ich noch lange nicht alt bin? Es gibt immer Grenzen, die man austesten kann!
Also morgen wird dann Eimer geraucht, ich glaub das hab ich auch noch nie gemacht.
Und der nächste Post handelt auch ganz bestimmt nicht wieder von Alkohol. Versprochen. Naja, mal sehen.
Gibt es eigentlich etwas Schönes an einem Kater? Irgendwie schon, immerhin ist der Brummschädel ein sicheres Indiz dafür, dass man die letzte Nacht voll ausgekostet hat. Die Kopfschmerzen gehen vorbei, aber die Jugend kommt nie wieder. Und jeder Nachdurst, jedes Brennen in den Augen und jeder verkorkste Morgen ist es wert gewesen! Man muss den Tag nur mit offenen Armen und einem Lächeln begrüßen und schon sieht die Welt viel rosiger aus, wenn man sich einbilden kann, dass es einem schlecht geht, kann man sich auch einbilden, dass es einem gut geht. Fakt ist doch, dass man ein Haufen leere Materie in einem Gewirr aus Naturgesetzen, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft darstellt und ein paar hundert Barrel Öl mehr wert sind als man selbst. Leben ist, was du daraus machst!
Ich habe keine Ahnung, ob man das nun als positiv oder negativ auffassen soll. Liegt ganz beim Betrachter/ Leser. Und wer liest das hier überhaupt?
Mein Song des Tages:
Jason Anderson – If I’m Waiting
I'm slowly embracing The concept of you as a ghost Hauting my kitchen A phantom A spector A fantastic cloud Such pedestrian dreams What sexless visions Of triumph and phonecalls And email Send me a kite With a paper note Flown up the string
Leaving the house Has started to feel like A fourth graders christmas eve Killing time at the thrift store Returning on fire to Tear through the caller ID But my houdini lover You've escaped and vanished The bermuda triangle Sunk to Atlantis I'm slowly embracing The concept of you As it never was And never will But maybe
I don't know if I'm waiting I don't know if I'm waiting anymore Or if it's over It's probably over I don't know if I'm waiting I don't know if I'm waiting anymore Or if it's over It's probably over
I don't know if I'm waiting I don't know if i'm waiting anymore Or if it's over It's probably over I don't know if I'm waiting I don't know if I'm waiting anymore Or if it's over It seems like it's over
Alles in Allem kann ich sagen, dass es dann nicht ganz so toll war, was aber nicht am Festival lag.
Am Freitag ging es gegen halb vier los, zwei Autos/ fünf Leute. Wir mussten erst einmal zwei Getränkemärkte ansteuern, bevor wir das Bier unserer Wahl einkaufen konnten und das eigentliche Ziel, Versmold/ Peckeloh ins Visier nehmen konnten. Nach einer kleinen Irrfahrt durch Bielefeld auf Grund einer Baustelle ging es dann zielstrebig weiter und wir lagen voll in Zeit. Natürlich hielt es keiner von uns Ballonköpfen für nötig sich die Adresse zu merken aber zum Glück ist Peckeloh ein winziges Dorf und wer sucht, der findet auch. Nach einer viertel Stunde sind wir dann auch endlich angekommen und haben leider „Ding Dong Dead“ verpasst. Aber was soll’s?! Also erstmal eingecheckt, und das Gelände sondiert. Man stelle sich ein ländliches, geradezu bäuerliches Gasthaus mit Saal vor. Draußen ein Hof mit Bierbänken und der heranführende Feldweg, plus die angrenzende Wiese, dienten als Parkfläche. Das Zeltgelände bestand aus einem c.a. fünf Meter breiten Streifen Grün, der sich ein Stück weit hinter dem Haus entlang streckte, man kann sich also vorstellen, dass der Platz dort sehr begrenzt war. Alles eben sehr familiär gehalten.
Da wir „Ding Dong Dead“ ja sowieso verpasst hatten, bot sich mir das nächste Highlight erst um 19:40 mit „Mr. Willis Of Ohio“ und ich hatte erstmal Zeit ein paar Bier zu trinken, was auch gut so war, denn ich musste langsam den Anschluss an die anderen finden, die schon auf der Hinfahrt getrunken hatten. „Mr. Willis of Ohio“ haben mich nicht enttäuscht und richtig Gas gegeben, so muss das sein.
Mein zweites Highlight am Freitag waren „Who Calls So Loud“, die ich ja bereits schon vor einigen Wochen im AJZ Bielefeld bestaunen durfte, aber ich muss sagen, dass sie mir dieses Wochenende noch um einiges besser gefallen haben!
Der Rest des Abends bestand dann nur noch aus essen und Bier trinken und ich beging einen schwerwiegenden Fehler…
Es war doch sehr frisch in dieser Nacht und ich war nur mit einer kurzen Hose und einem T-Shirt bekleidet und trotz das ich wirklich gefroren habe, war ich einfach zu faul um zu meinem Zelt zu gehen und mir etwas Wärmeres anzuziehen. Als ich mich dann endlich überwunden hatte, war es wahrscheinlich schon zu spät um das Schlimmste vermeiden zu können.
Am nächsten Morgen ging es mir schon gar nicht mehr so gut. Der Hals kratzte, die Nase lief und der Kopf brummte nicht nur vom Alkohol. Aber nach einer Katzenwäsche, einem ausgiebigen Frühstück und einem „Atme dich frei“ –Tee, ging es mir schon wieder besser und ich fühlte mich fit um auf die härteren Getränke umzusteigen, ausserdem hatte die Uhr schon dreizehn geschlagen.
Um uns die Zeit zu vertreiben, machten wir einen Spaziergang zum nächsten Zigarettenautomaten und erkundeten somit gleich das Dorf. Bis auf einen schönen Teich mit einem darin schwimmenden Bierfass gab es aber nichts Interessantes zu sehen. Wieder zurück auf dem Festivalgelände musste ich noch eine gute Stunde die Zeit totschlagen und dann war es endlich so weit. Kontrapunkt! Wenn ich die top zehn Bands aufstellen müsste, die mich in meinem Leben bisher richtig weg geflasht haben, dann landen Kontrapunkt mit unter den ersten fünf. Und es war dieses Mal noch um einiges besser als vergangene Konzerte. Man muss dazu sagen, dass es das Abschiedskonzert war und dem entsprechen der Enthusiasmus der Band und auch des Publikums gigantisch war. Ich hätte gerne mehr Fotos gemacht, denn die einzigen beiden, die ich während des Konzerts gemacht habe sind unkenntlich verschwommen, aber ich war einfach viel zu beschäftigt damit mir die Seele aus dem Leib zu schreien und meine Arme in die Luft zu strecken und mir die Handballen wund zu klatschen. Mehr brauch ich wohl gar nicht zu schreiben. Gigantisch!
Und vielleicht war es genau dieses gigantische Konzert, was meinem grade so gesunden Organismus den Rest gegeben hat. Ich wurde schlagartig müde und schob es erst auf die kurze Nacht, dann wurde der Schnupfen aber immer heftiger, ich immer schwächer und die Kopfschmerzen immer größer. Dazu kam noch, dass es unendlich heiss war und weit und breit kein Schatten zu finden war. Der Sonnenbrand war also vorprogrammiert und ließ auch nicht lange auf sich warten. Ich versuchte wirklich alles um nicht zu stark abzusacken, Wasser, ausspannen, Tee, Brühe, Essen…
Nichts half und mir blieb nur noch übrig mich zu ergeben. Allerdings war ich nicht der einzige, der sich den Rest des Tages abschminken konnte. Aron erlitt einen Hitzeschlag und musste sich noch bevor es dunkel war mit einem Brummschädel schlafen legen.
Mich hat es dann in der Dämmerung, mit der Bitte mich pünktlich zu „Comadre“ aufzuwecken auch ins Auto verschlagen. Nach c.a. eineinhalb Stunden Schlaf ging es auch schon wieder, trotzdem blieb der Rest des Tages abgeschrieben. Als „Comadre“ anfingen zu spielen hab ich es nicht länger als vier Songs in diesem stickigen, irre heissen und zum brechen vollen Konzertsaal ausgehalten und musste raus gehen. Ich stand ohne hin schon ganz hinten so das ich gar nichts mehr von der band sehen konnte, wäre ich weiter nach vorne gegangen, wäre ich höchst wahrscheinlich sofort aus den Latschen gekippt.
Ab da war dann mein Tag zu ende und ich zog es vor zu schlafen.
Abschließend muss ich sagen, dass ich selten so eine schöne Atmosphäre erlebt habe. Es war ehr wie eine große Party bei jemandem zu Hause als ein Festival. Gut ein drittel der Gäste kamen aus dem Ausland, wie zum Beispiel England, Belgien oder Spanien, was allerdings auch kein Wunder ist, wenn man sich das internationale Lineup anschaut, für jeden, der nur entfernt auf Geschrei in Musik steht, hätte sich dieses Festival mehr als gelohnt. Und mal nebenbei, als wir ankamen, wurde uns an der Kasse gesagt, dass wir daran denken sollen, kein Fleisch zu essen und nicht so viel zu saufen, damit wir uns benehmen, anbei gab es dann noch einen kleinen Merkzettel. Wir kamen uns ganz schön blöd vor, denn komischerweise wurde niemand mit dem wir geredet haben auf diese Weise ermahnt, noch gab es diesen Zettel in die Hand. Aber es hat sich am Ende natürlich bestätigt, dass andere Leute diesen gut gemeinten Ratschlag der Veranstalter besser hätten gebrauchen können als wir. Die Besucher des Festivals waren beinahe durchgängig sympathisch und man hat sich gut aufgehoben gefühlt, aber es gibt ja immer ein paar schwarze Schafe. So wurde ich jeden Morgen mit dummen Sprüchen aus der untersten Schublade von unseren Zelt- Nachbarn geweckt, die sie sich gegenseitig an den Kopf geworfen haben und dabei was Lautstärke angeht auch um halb acht Uhr morgens keine Rücksicht auf noch schlafende Festivalbesucher genommen haben. Am Samstag bin ich dann noch an einer Gruppe vorbeigegangen, die trotz des veganen Leitfadens des Festivals nicht darauf verzichten wollten sich ein paar fette Stücke Fleisch zu grillen und das auch noch lautstark rumposaunt haben. Idiots rule.
Ich freu mich auf's nächste Mal und dann hoffentlich bei bester Gesundheit und mit Sonnenschirm.
Kleiner Ausschnitt von "Who Calls So Loud". Leider nicht das ganze Lied, weil mein Arm irgendwann müde wurde...
Es folgen noch ein paar Fotos in der nächsten Zeit.
Song des Tages: Kontrapunkt - Alles wird besser! Aus dem Good Bye Tape